Schreib, wie Du bist: So nutzt Du die Kraft der Worte

Kennst Du diese Situation: Du setzt Dich motiviert an den Computer und möchtest über einen aktuellen Aspekt zu Deinem Expertenthema schreiben, mit dem Du Dich tagein, tagaus beschäftigst. In Business-Terminen, Kundengesprächen, beim Essen mit Geschäftspartnern oder Freunden und Familie ist es ein Klacks für Dich, von Deinen Business-Inhalten, neuesten Plänen, Erfolgen oder Zielen zu berichten. Also wird das ein Kinderspiel. Oder doch nicht?

Das erwartet Dich in diesem Artikel:

Der Cursor blinkt Dich auffordernd an. Du schreibst einen Satz und – löschst ihn wieder. Noch ein Versuch. Und noch einer. Doch der Bildschirm bleibt leer. Irgendwie klingt das alles nicht nach Dir – und je mehr Du es versuchst, umso verkrampfter erscheinen Dir die Ergebnisse. Du wirst immer unsicherer und gibst auf oder verschiebst Dein Vorhaben auf später.

Wenn Dir diese Geschichte bekannt vorkommt, lass Dir gesagt sein: Du bist damit nicht allein. Vielmehr ist diese Hürde uralt, und wiederholt sich bis heute. Schon Arthur Schopenhauer meinte:

„Nichts ist leichter, als so zu schreiben, dass kein Mensch es versteht; wie hingegen nichts schwerer, als bedeutende Gedanken so auszudrücken, dass jeder sie verstehen muss.“

Doch wie kannst Du Dein Dilemma lösen?

Worte entzücken den Geist

Die Theorie wirkt einfach: Das geschriebene Wort ist nichts anderes als unsere verschriftlichten Gedanken. Doch woran liegt es, dass das oft ganz anders klingt als wir denken? Wieso fällt es uns so schwer, unsere mentale Welt zu verschriftlichen? Und warum ist es wichtig, dass wir uns mit Worten authentisch zeigen?

Worte prickeln das Denken, und entzücken den Geist. Was bei Aristophanes vor Jahrtausenden fast schon romantisch geklungen hat, bleibt im Kern wahr: Wenn wir schreiben, bewirken wir etwas. Über Sprache nehmen wir unsere Welt wahr – und präsentieren uns selbst nach außen. Worte erzeugen Bilder im Kopf, die individuell wirken.

Aus Worten als Ausdruck unserer Gedanken folgen Gefühle, Entscheidungen und Handlungen oder Gewohnheiten. Und laut den Erkenntnissen der Sprachpsychologie besteht genau darin der Sinn von Worten und Sprache: menschliches Verhalten zu verursachen. Dieser Zusammenhang gilt unabhängig davon, ob wir dies beabsichtigen oder nicht, in positiver oder negativer Richtung, bewusst oder unbewusst.

Wie schaffen wir es, in unserer Stimme zu schreiben und dabei unsere Botschaft auf den Punkt zu bringen?

5 Tipps für authentische Worte, die ankommen

  1. Schreibe wie du sprichst.

Wir schreiben oft viel komplizierter als wir sprechen. Warum? Oft verbergen sich hinter diesem Muster alte Gewohnheiten aus unserer Schulzeit oder persönliche Glaubenssätze. Ein häufiger Irrglaube ist zum Beispiel, dass eine komplizierte Sprache professioneller wirkt. Ganze Berufsgruppen folgen diesem Mythos und halten an ihren Fachausdrücken fest, auch wenn das der Verständlichkeit massiv schadet. Professionalität in der Kommunikation bedeutet jedoch, den Empfänger in den Mittelpunkt zu stellen: Versteht die Person, die ich ansprechen möchte, meine Botschaft? Ein wichtiger Grundsatz für Texte abseits wissenschaftlicher Publikationen lautet: „Schreibe so, dass Dich ein 12-Jähriger problemlos versteht.“ Oder wie es Gotthold Ephraim Lessing formuliert: „Schreibe, wie du redest, so schreibst du schön.“

  1. Wähle klare Worte.

Verwendest Du Worte mit unmissverständlicher Bedeutung? Ist Deine Aussage leicht verständlich? Enthält dein Text einen roten Faden? Gibt es eine Struktur, die Deine Gedankengänge nachvollziehbar macht? All diese Kriterien gehören zusammen. Ein stimmiges Gesamtgefüge macht Deinen Text leichter lesbar und steigert den Erfolg Deines Inhalts.

  1. Texte achtsam.

Egal ob es sich um eine einfache E-Mail, einen Brief an einen Kunden oder eine Kundin, einen Newsletter oder Online-Marketingtexte wie Blogartikel oder Websitetexte handelt: Achtsames Texten ist ein Zeichen der Wertschätzung Deines schriftlichen Gegenübers und erhöht die Qualität unserer Worte. Sobald uns bewusst ist, was die gewählten Wörter im Empfänger auslösen und welches Bild wir damit von uns selbst mitsenden, gelingt das Schreiben besser und leichter.

  1. Höre auf deine Stimme und Tonalität.

Lies Dir Deine Texte laut vor. Achte auf den Sprachklang: Sprichst Du so? Und entspricht die transportierte Stimmung Deiner Persönlichkeit – oder hast Du Regeln befolgt, die gar nicht zu Dir und Deinen Zielen passen? Mach den Test: Würdest Du im persönlichen Gespräch mit Deinem Empfänger den gleichen Inhalt in den gleichen oder ähnlichen Worten ausdrücken? Wenn Du unsicher bist, wähle Testpersonen aus, die Dich gut kennen und die Dir ein objektives Urteil über die Authentizität Deiner Texte liefern. Schärfe nach, bis Deine Worte nach Dir klingen. Mit der Übung findest Du Deine authentische Schreibstimme.

  1. Vermeide Füllwörter.

Kontrolliere Deinen Text auf Füllwörter: Lasse jedes Wort weg, das nicht zum Sinnzusammenhang beiträgt. Diese zusätzlichen Worte resultieren aus Unsicherheit beim Schreiben, erschweren jedoch das Lesen. Dafür liest Du Dir Deinen Text abschließend durch und streichst nach Herzenslust. Was übrig bleibt, transportiert deinen Inhalt.

 

  1. Liegt die Würze in der Kürze?

Das kommt darauf an. Eine Botschaft verständlich in die Kurzform zu verdichten, ist eine große Kunst. „Ich hätte gern einen kürzeren Brief geschrieben, aber hatte dafür nicht die Zeit., schrieb schon der Mathematiker und Literat Blaise Pascal im 17. Jahrhundert. In der Medienwelt spiegelt sich diese Herausforderung traditionell bei jenen Printmedien mit den kürzesten Artikelformaten wider.
In der Online-Welt ist jedoch nicht immer ein kürzerer Text automatisch besser – und das obwohl die Lesedauer kontinuierlich sinkt. Entscheidend ist, dass Du die Aufmerksamkeit Deiner Leser gewinnst (zum Beispiel mit einer spannenden Überschrift) und wertvolle Informationen anbietest (zum Beispiel auf einer Sales Page). Ein langer Websitetext kann je nach dem Ziel der einzelnen Seite einen geschätzten Mehrwert für Deine Leser und Leserinnen bieten.

Passt deine Schriftsprache zu dir?

Überprüfe Deine aktuellen Texte: Machen sie Dich unterscheidbar und erkennbar? Nutze die Kraft der Worte ab jetzt bewusster und lege jedes Wort sprichwörtlich auf die Goldwaage. Denn mit Worten, die nach Dir klingen, zeigst Du Dich einzigartig und überzeugst.

Über die Autorin

Jasmin Reif-Medani

Texterin für Website & Blog und Mindset-Mentorin
Jasmin Reif
Fotocredit: Mag. Jasmin Reif-Medani

Jasmin Reif-Medani begleitet als Copywriterin oder Texterin für Website & Blog seit 2019 Solopreneur*innen und Unternehmen zu mehr Sichtbarkeit und Erfolg mit authentischen und überzeugenden Texten. Mit viel Herzblut und Empathie, ihrem Erfahrungsschatz aus der Kommunikationswelt als Journalistin, PR-Managerin und Consultant sowie ihrer Leidenschaft für Persönlichkeitsentwicklung als Dipl. Mentaltrainerin und Achtsamkeitstrainerin unterstützt sie Unternehmer*innen strategisch und wirkungsvoll, ihre einzigartige Markenstimme zu finden und zu transportieren.

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