Die Macht der eigenen Geschichte: Warum Deine Autobiografie pures Gold für Dein Leben ist

Wenn Du schon länger überlegst, Deine Geschichte niederzuschreiben, aber nicht weißt, wie Du starten sollst, ist das hier Dein Text: Du erfährst, welche Vorteile es hat, Deine Autobiografie auf Papier zu bringen und was Du brauchst, um zu starten, dranzubleiben und am Ende Dein eigenes Buch in Händen zu halten.

Das erwartet Dich in diesem Artikel:

Wie das Schreiben Deiner Autobiografie Dein persönliches Wachstum fördert

Es gibt Geschichten, die erzählt man gerne: persönliche Erfolge, die lang erhoffte Schwangerschaft, das Erreichen beruflicher Ziele und vieles mehr. Und dann gibt es die Geschichten, die niemand gerne auspackt. Geschichten, bei denen unangenehme Gefühle im Spiel sind.

Doch was passiert mit Gefühlen, die nicht wahrgenommen werden? Richtig, sie werden noch präsenter. Immer stärker drängen sie nach oben, bis sie einem fast aus den Ohren quellen. Ich meine: Spätestens dann ist es Zeit, rauszulassen, was da so steckt, in einem selbst.

In erster Linie ist die Autobiografie, wie wir sie hier verstehen, also mal eine Methode, um Dir bewusst zu machen, was in Dir ist. Schöne Erfahrungen, unangenehme Erfahrungen. Allesamt aber einfach Erfahrungen, die Gefühle ausgelöst haben und manchmal nach wie vor auslösen. Und diese Gefühle haben einen Sinn: Sie wollen gespürt und ausgedrückt werden. Durch diesen Ausdruck erfährst Du: Es gibt nichts, was nicht sein darf. Es sind nur Gefühle. Du bist viel größer. Das Schreiben hilft Dir, anzunehmen, was war und loszulassen, was Du nicht mehr brauchst.

An dieser Stelle ist es wichtig, zu erwähnen: Die unangenehmen Teile Deiner Geschichte sind Dir nicht passiert, damit Du auch noch Jahre und Jahrzehnte darin versinkst. Daher meine Bitte: Verliere Dich nicht in der Deiner Geschichte, sondern wachse mit ihr.

Deine Lebensgeschichte inspiriert andere

Neben Deinem eigenen Wachstum trägt Deine Autobiografie auch zum Wachstum anderer bei. Mit jedem Wort Deiner Geschichte nimmst Du andere Menschen mit auf Deinem Weg. Meine Erfahrung als Autorin und Mensch, der kommuniziert, zeigt: Es gibt so viele, denen es ähnlich geht oder gegangen ist wie mir. So viele Menschen, die ähnliches erlebt und gefühlt haben. Das ist ein schöner Nebeneffekt: Du schreibst Dein Buch zum Wohle aller. Du inspirierst und machst Mut.

Praktische Tipps fürs Schreiben Deiner Autobiografie

Nun, an die Arbeit! Wie funktioniert das mit dem Schreiben?

Ich empfehle, Deine Geschichte erst einmal für Dich runterzuschreiben, frei von der Leber weg. Schreib alles auf, was in Dir ist. Hier geht es nur um Dich, nicht um Struktur, nicht um Gliederung, Publikation, Marketing oder sonst etwas. Nimm Dir dafür ausreichend Zeit. Plane für Dein Schreiben täglich oder wöchentlich einen Zeitraum ein, den Du im Kalender blockierst.

Überlege Dir dann, was Du mit Deinem Buch zum Ausdruck bringen möchtest. Finde die eine Botschaft, um die es geht. Du kannst sie im Buch in Unterbotschaften unterteilen. Ein Beispiel: Deine wichtigste Botschaft ist, dass alles, was sich deine LeserInnen für ihr Leben wünschen, auch Realität werden kann. Dazu gehören, sagen wir, das richtige Mindset, ein klarer Fokus, wertvolle Ernährung, ausreichend Ruhe und das Finden der richtigen Menschen. Diese Punkte sind Deine Unterbotschaften bzw. womöglich gleich die Kapitel.

Hole gegebenenfalls die Erlaubnis der Personen ein, die in Deinem Buch vorkommen und erkundige Dich, welche rechtlichen Rahmenbedingungen es gibt, die für Dich relevant sind. Du kannst Dir auch überlegen, unter einem Pseudonym zu veröffentlichen. Achte darauf, das Persönlichkeitsrecht und andere Rechte von Menschen, über die Du schreibst, nicht zu verletzen. Das Gleiche gilt natürlich auch für Fotos dieser Personen. Erkundige Dich darüber hinaus über Urheber- und Nutzungsrechte von Grafiken oder Bildern, die Du in Deinem Buch verwenden möchtest.

Lege fest, wer und wie Deine LeserInnen sind. Ganz konkret, mit Geschlecht und Wohnort, wie sie sich kleiden und sonst so drauf sind. Das hilft Dir dabei, für Deine LeserInnen zu schreiben und nicht für irgendwen. Dadurch wird auch Deine Botschaft klarer.

Dann bring Struktur rein: Sortiere Deinen Text nach relevanten Ereignissen, die ins Buch kommen. Verwende dafür beispielsweise einen Zeitstrahl: eine horizontale Linie, auf der Du die wichtigsten Erlebnisse und auch die Erkenntnisse daraus einträgst. Damit erstellst Du eine grobe Gliederung und ein grobes Inhaltsverzeichnis.

Setze Dir Deadlines für einzelne Abschnitte. Zum Beispiel: Bis Ende des Quartals habe ich das erste Kapitel runtergeschrieben. Und lege natürlich fest, wann Du das gesamte Werk fertig haben möchtest.

Wenn Dir das Tippen schwerfällt, investiere in eine Diktiersoftware, die Audio in Text umwandelt. So kannst Du „frei Schnauze“ losreden und nachher alles bearbeiten.

Nutze die Gemeinschaft und such Dir Gleichgesinnte, etwa auf Social Media, oder nutze meine kostenlose Buchsprechstunde, in der Schreibende zusammenkommen. Termine findest Du unter: www.bettinabenesch.at/termine.

Nutze vor Publikation die Erfahrung von LektorInnen, GrafikerInnen, KorrektorInnen und arbeite gegebenenfalls mit einem/einer GhostwriterIn oder SchreibcoachIn zusammen. Sie helfen Dir, Dein Buch professionell zu gestalten.

Sprachliche Gestaltung und Stil

Entgegen der landläufigen Meinung ist Schreiben Handwerk. Talent ist schön, aber mit einer gewissen Technik ist Schreiben keine Hexerei. Hier die wichtigsten Tipps:

  • Verwende Verben statt Nomen. Das macht den Text lebendig.
  • Beschäftige Dich ein wenig mit Storytelling. Menschen lieben Geschichten.
  • Bleibe authentisch in Deinem Stil, verstelle dich nicht.
  • Schreibe so, als würdest Du die Geschichte Deiner Oma erzählen. Halte Deine Sprache also einfach, natürlich ohne nur öde Dreiwortsätze zu verfassen.
  • Variiere die Satzlänge: lange Sätze folgen auf ein oder zwei kurze Sätze und vice versa. Sei achtsam mit Sätzen, die länger sind als 20 Worte.
  • Verwende Zwischentitel, sie lockern Deine Geschichte auf.

So publizierst Du Dein Buch als SelfpublisherIn

Ich habe mich auf die Publikation im Selfpublishing spezialisiert und gebe Dir hier ein paar Tipps dazu:

Schau Dir ein paar Selfpublishing-Verlage an und wähle einen aus. Bekannte Verlage sind amazon, tredition, BoD  oder die Buchschmiede ein österreichischer Selfpublishing-Verlag. Sie alle haben ein Baukastensystem, in dem Du Deinen Text und sämtliche Grafiken oder Fotos hochladen kannst. Anschließend legst Du den Erscheinungstermin fest und drückst auf „Start“. Achte darauf, dass Dein Buch im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) gelistet ist, denn so stellst Du sicher, dass es im gesamten Buchhandel bestellbar ist.

Keine Sorge: Es ist einfacher, als Du denkst

Auf den ersten Blick ist Buchschreiben viel Arbeit. Auf den zweiten und dritten auch. Aber, seien wir ehrlich: Wie viele geniale Dinge benötigen keine Anstrengung? Beziehungen sind anstrengend, wenn Du so willst, Sport ist anstrengend, Kinder sind anstrengend. Und doch bereichern sie das Leben. Genauso ist es mit Deinem Buch. Nimm Dir kleine Happen vor, mach einen Schritt nach dem anderen. Bleib dran. Und am Ende bist Du schneller fertig als gedacht.

Über die Autorin

Bettina Benesch

Texterin, Ghostwriterin, Schreibcoachin, Autorin
BettinaBenesch
Fotocredit: Bettina Benesch

30 Jahre schreiben, 25 davon beruflich: Bettina Benesch ist spezialisiert darauf, Stimmungen und Wissen in Texte zu packen. Egal ob Buch, Website-Text oder Blogartikel: Bettinas Worte sind am Punkt. Nicht zu viel, nicht zu wenig, immer in Balance und auf das Wohl aller ausgerichtet.

Lass Dich von Bettinas Arbeit und Ideen inspirieren