Die Herausforderungen und Chancen neuer Führungskräfte: Tipps für einen erfolgreichen Start im Unternehmen

Wer kennt ihn nicht, den ersten, aufregenden Arbeitstag im neuen Unternehmen. Und wenn Du als Führungskraft in ein neues Unternehmen einsteigst, ist dieser erste Tag vielleicht noch eine Spur aufregender. Da kann es schon sein, dass Dich im Vorfeld viele Fragen beschäftigen – wie zum Beispiel das Thema der Akzeptanz oder die Tatsache, dass jede und jeder Deiner MitarbeiterInnen mehr weiß als Du, zumindest was die internen Abläufe, die Unternehmenskultur und Gepflogenheiten betrifft. Die folgenden 5 Tipps können Dich bei einem erfolgreichen Start unterstützen.

Das erwartet Dich in diesem Artikel: 

1. Lerne Dein Team kennen

Vor allem wenn Du als externe Fachkraft anheuerst, ist es wichtig, erst einmal Dein Team kennenzulernen. Neben den individuellen Aufgabenbereichen geht es auch um Präferenzen, Herausforderungen und Erwartungen jedes einzelnen Teammitglieds. Auch der eine oder andere persönliche Satz hilft Dir, eine Verbindung zu Deinen neuen MitarbeiterInnen herzustellen.
Aktives Zuhören ist hier das Credo. Die ehemalige neuseeländische Premierministerin, Jacinda Ardern, hat mit dieser wertvollen Strategie nicht nur viel Sympathien geerntet, sie hat vielmehr die Meinungen und Expertisen in ihre eigenen Entscheidungen einfließen lassen – und das mit Erfolg. Die Zeit, die Du in Gespräche mit MitarbeiterInnen investierst, rechnet sich vielfach.

2. Vertraue Deinen MitarbeiterInnen und erkenne ihre Expertise an

Es ist schon ein großes Wort: Vertrauen. Vor allem wenn Du plötzlich mit Menschen zusammenarbeitest, die Du eigentlich gar nicht kennst. Doch gerade, wenn Du als Führungskraft ein bestehendes Team übernimmst, ist es wesentlich, auf das vorhandene Wissen und die Erfahrung zu vertrauen und davon auszugehen, dass alle das Beste wollen.

Sprich Deinem Team Dein Vertrauen aus, erkenne Deine MitarbeiterInnen als ExpertInnen an und zeige ihnen Deine Wertschätzung für Ihre Arbeit. Nach dem Motto: „Wie man in den Wald hineinruft…“ wirst Du Vertrauen ernten, wenn Du Vertrauen gesät hast.

3. Kläre die Erwartungen ab und kommuniziere transparent

Nicht nur die Erwartungen zwischen Dir und Deinen MitarbeiterInnen sind ein relevantes Thema. Für Dich ist es genauso wichtig, zu wissen, welche Erwartungen von Deinen Vorgesetzten an Dich gestellt werden. Im Bewerbungsgespräch geht es meist um Aufgabenbereiche, Verantwortungen und Rahmenbedingungen. Erwartungen sind oft mitgemeint, werden aber nicht immer klar ausgesprochen.

Kläre die Erwartungshaltung Deiner Führungskraft ab, sprich Zielvorstellungen und den dafür vorgesehenen Zeithorizont ab. Bleibe klar und kommuniziere transparent, wenn Du unrealistische Vorhaben ortest. Will deine Führungskraft beispielsweise, dass Du eine gravierende Veränderung innerhalb von 14 Tagen umsetzt, äußere Deine Bedenken und untermauere diese mit Argumenten. Vielleicht hat Dein Chef oder Deine Chefin nicht daran gedacht, dass es zuerst wichtig ist, Vertrauen zu den MitarbeiterInnen aufzubauen, ihre Meinungen anzuhören, sie einzubinden und dadurch weniger Widerstand zu erzeugen.

4. Hinterfrage den Status quo und gehe behutsam mit Veränderungen um

Ein großer Vorteil, wenn man neu in ein Unternehmen einsteigt, ist der klare, unvoreingenommene Blick auf die Dinge. Manchmal schleicht sich eine gewisse Betriebsblindheit ein, Prozesse werden nicht mehr hinterfragt und nachträgliche Änderungen oder Weiterentwicklungen passen eigentlich gar nicht mehr zum ursprünglich effizienten Procedere.

Hier kannst Du die Gunst der Stunde als Neuling nutzen und wirklich alles offen hinterfragen. Das zeugt nicht nur von Interesse, sondern hilft Dir auch, den Grundgedanken hinter dem Status quo zu verstehen. Nicht umsonst gibt es vom börsennotierten Unternehmen bis in die Politik die berühmten 100 Tage Schonfrist.

Und wenn es effizientere Prozesse und Wege gibt?

Üblicherweise gehört die Prozesseffizienz im eigenen Zuständigkeitsbereich zu den Verantwortungen einer Führungskraft. Siehst Du Verbesserungspotenzial, ist auf jeden Fall die feine Klinge der Kommunikation gefragt. Zeige Wertschätzung und würdige das, was von anderen bereits erarbeitet wurde. In die meisten Prozesse sind neben viel Arbeit, Zeit und Geld auch Ideen, Hingabe und Engagement geflossen.
Diskutiere Deine Änderungsvorschläge mit Deinem Team, höre Dir die unterschiedlichen Meinungen an und gib Deinen MitarbeiterInnen das Gefühl, mitentscheiden zu können. Dies ist eine gute Möglichkeit, Dein Team mit ins Boot zu holen und damit Commitment für den veränderten Prozess einzuholen.

5. Mut zur Lücke – nicht alles zu wissen zeugt von Kompetenz

Klingt erst einmal paradox, aber tatsächlich unterstreicht es die Kompetenz einer Führungskraft, nicht auf jede Frage auch eine Antwort parat zu haben. Statt ungesichertes Halbwissen oder persönliche Meinungen weiterzugeben, kannst Du ruhig Wissenslücken beim Namen nennen. Eine Fragestellung zu recherchieren und eine fundierte Antwort nachzuliefern ist nicht nur legitim, es zeugt von Kompetenz. Deine MitarbeiterInnen wissen damit, dass man sich auf Deine Aussagen und Antworten verlassen kann.
Wenn Du mit einer positiven Haltung, Klarheit und Wertschätzung an Deine neue Herausforderung herangehst, hast du schon mal den Grundstein für Deine erfolgreiche Leadership Karriere gelegt.

 

Über die Autorin

MICHAELA PRODINGER

Karriere- und Leadershipcoaching, Führungskräftetraining, Organisationsberatung, Prozessoptimierung, Klausurmoderation, Teamentwicklung
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FOTOCREDIT: Michaela Prodinger

Als ausgebildete Betriebswirtin und Organisationsberaterin, sowie mehr als 20 Jahren Erfahrung im arbeitsmarktpolitischen Bereich weiß ich, dass die MitarbeiterInnen zentral für den Erfolg jedes Unternehmens sind. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Unternehmen und Führungskräfte dabei zu unterstützen, mit den richtigen Tools und einem entsprechenden Mindset ein Umfeld zu schaffen, in dem sich MitarbeiterInnen entfalten und sinnstiftend sowie gewinnbringend arbeiten können. #mindsetisthekey!

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