Der Vergleich ist das Ende des Glücks

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit,“ lautet das zum Nachdenken anregende Zitat von Søren Kierkegaard, das mir sofort in den Sinn gekommen ist bei meinen Überlegungen zu einem Artikel mit dem Thema „Vertrauen in den eigenen Wert“.

Das erwartet Dich in diesem Artikel:

Vertrauen in die eigene Expertise

Das Vertrauen in die eigene Expertise und in den eigenen Wert, in den Selbstwert, wird durch unser Leben „in“ digitalen Welten erschwert – ja, auf die Probe gestellt. Wir sind täglich in nahezu allen Lebensbereichen von einer Vielzahl digitaler Medien umgeben und es scheint, als wäre unser Alltag ein Medienalltag (vgl. Höflich 2016: 1). Wir leben nicht nur mit, sondern vielmehr in diesen Medienwelten (vgl. Deuze 2012: 1). Und dort werden uns „vergleichsweise“ die erfolgreicheren, die erfahreneren, die vermeintlich besseren, tougheren, schlagfertigeren, überzeugenderen und kompetenteren Business-Menschen präsentiert. Die zu unseren Themen und Bereichen schreiben, referieren, sprechen und scheinbar so viel besser „unsere“ Kompetenz und „unser“ Wissen vermitteln. Wie auf dem Silbertablett werden uns die Macher und Macherinnen vor Augen geführt, die sich „besser verkaufen“. Und wir sind im Vergleich. Ständig. Immerzu.

Bitte verstehe mich nicht falsch – sich mit anderen zu vergleichen ist bis zu einem gewissen Grad „gesund“ für die eigene Entwicklung, für die Weiterentwicklung. Und dennoch (ich verzichte hier auf das „Aber“) bin ich sehr stark dafür, dass man sich immer wieder auf die eigenen Stärken besinnt und sich der eigenen Expertise bewusst(er) wird; aus dem „Hamsterrad“ der digitalen Welt aussteigt – und zu vertrauen beginnt. Vertrauen in die eigene „Strahlkraft“, in die eigenen Stärken, die eigene Expertise, in die gemachten Erfahrungen und die erlangten Kompetenzen.

Was bin ich wert?

 Bin ich preiswert oder meinen Preis wert?

Worauf möchte ich hinaus? Ich arbeite in meinen PR-Workshops mit ExpertInnen an der Stärkung ihrer (ICH-)Marke – an deren Imageaufbau und an der Sichtbarkeit. Und bei dieser Arbeit wird von ebendiesen ExpertInnen der eigene Selbstwert sowie der Wert der angebotenen Dienstleistungen und Produkte immer wieder stark hinterfragt.

„Darf ich für meine Leistung, mein Angebot, meine Produkte diesen oder jenen Preis verlangen? Ist das gerechtfertigt? Ist meine Leistung das wirklich wert? Bin ich preiswert? Oder bin ich meinen Preis wert?“

Du siehst schon, es geht zwar eigentlich um PR-Arbeit und dennoch beschäftigt uns dabei die Frage nach dem Wert der eigenen Expertise. Wie kann das sein?

Der ewige Vergleich und das fehlende Vertrauen

Dafür gibt es zwei Gründe: Das Vergleichen und das fehlende Vertrauen. Das Vergleichen kann man wie oben beschrieben minimieren, indem man öfter „aussteigt“ aus der digitalen Welt. Was aber tun mit dem Vertrauen, das fehlt – oder sich verabschiedet wegen zu vielen Vergleichen?

Die Preiswaage für Vertrauen in den eigenen Wert

Es gibt eine Methode (vgl.: Aberger 2022), die ich gerne allen „SelbstwertzweiflerInnen“ zeige, wenn sie an ihren Preisen für Dienstleistungen und Angeboten arbeiten oder damit hadern. Die Preiswaage schafft die nötige Balance für das Vertrauen (Selbstvertrauen) in den (eigenen) Wert. Wie sie funktioniert?

Grafik: Preiswaage Silvia Faulhammer

Ich möchte, dass Du eine Waage zeichnest, gerne kannst Du die obige Grafik als Vorlage verwenden. Nun trägst Du rechts den Preis Deiner Dienstleistung, Deines Angebots oder Deines Produkts ein.

Links schreibst Du bitte alles auf, was „drinsteckt“. Damit meine ich nicht Deine Arbeitsstunden oder die Materialien, die Du verwendest – sondern all das, was Dich und Dein Produkt besonders macht:

  • Deine Erfahrung(en),
  • Dein ganz besonderes Wissen,
  • Deine (Fach-)Expertise,
  • Deine Kreativität,
  • Deine Leidenschaft,
  • Deine Methoden,
  • Deine Tools,
  • Deine Ideen,
  • Deine Lösung(en),
  • Deine Entwicklung(en),
  • Deine Fertigungen,
  • Deine Aus-, Weiter-, und Fortbildungen,

All das, was Dich dazu befähigt diese eine Dienstleistung anzubieten.

Du siehst, links steht nun ganz schön viel, was Du auf die Preiswaagschale geworfen hast. Und du siehst auch, dass Dein Stundensatz oder Tagessatz nun einen ganz anderen Wert hat – Deinen ganz besonderen.

Weil Du es Dir wert bist.

Und weil Visualisierungen so gut und wichtig sind, darf die Waage künftig gerne am Schreibtisch hängen und beim Schreiben von Angeboten helfen.

Wertvollen Erfolg und wertvolles Wirken wünsche ich, herzlichst, Silvia Faulhammer

 

Über die Autorin

Silvia Faulhammer

Beraterin, Trainerin und Coachin für strategische sowie systemische Beratung und Training in Kommunikation, Selbstkompetenz, Führungskräfte- und Teamentwicklung
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Fotocredit: Silvia Faulhammer

Sie ist selbstständige Beraterin, Trainerin und Coachin für strategische sowie systemische Beratung und Training in Kommunikation, Selbstkompetenz, Führungskräfte- und Teamentwicklung bei desenz. Sie verfügt über mehr als 23 Jahre PR-Expertise als PR- & Kommunikationsberaterin für Unternehmen im High-End-Segment. Sie hat einen Master of Science in Interpersonal Communication und einen Magister für wirtschaftswissenschaftliche Berufe. In ihrer Beratung widmet sie sich hauptsächlich den zwischenmenschlichen Kommunikationsprozessen. Sie agiert als Kommunikationstrainerin von Führungskräften und berät bei der Optimierung der Führung von Teams.

Erfahre mehr über Silvias Philosophie

Quellen:

Höflich, Joachim R. (2016): Der Mensch und seine Medien. Mediatisierte interpersonale Kommunikation. Eine Einführung. Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Deuze, Mark (2012): Media Life. Cambridge: Polity Press.

Aberger, Helena (2022): „Frauen unternehmen was“; Adaption ihrer „Preiswaage“ mündlich vorgetragen in: Die Gründerinnen Akademie. www.frau-und-arbeit.at, www.die-unternehmerinnen.info