Gratis Meditationen auf Russisch und Ukrainisch

Damit Flüchtlinge durch-atmen können

Nicole Hobiger-Klimes stellt gemeinsam mit Olia Schelest und einem ehrenamtlichen Team auf YouTube kostenlos Atemtechniken und Meditationen zur Verfügung. Die Übungen stehen in Ukrainisch und Russisch zur Verfügung, um geflohene Menschen zu unterstützen. Im Interview erzählt sie von ihrer Motivation, ihren Hoffnungen und dem Teamgeist rund um das einzigartige Flüchtlingshilfe-Projekt und warum jede*r Unternehmer*in mit unterschiedlichsten Fähigkeiten helfen kann.

 

Was ist das Einzigartige an dem Projekt?

Nicole: Wir versuchen, Flüchtlingen kostenlose Ruheinseln in ihrem neuen Alltag anzubieten. Deshalb haben wir 12 Atem- und Entspannungsübungen als Gratis-Audios – sowohl auf Ukrainisch als auch Russisch – auf YouTube gestellt, die jede*r leicht umsetzen kann.

Wir selbst fühlen uns oft überfordert, haben Zukunftsängste oder sorgen uns um unsere Familie. Wie muss es da erst Menschen gehen, die von einem Tag auf den anderen fliehen und deren Leben gerade Kopf steht?

Mit den Atemübungen können sie im wahrsten Sinne des Wortes „durch-atmen“: Anspannung lässt nach, Atem und Geist beruhigen sich etwas. Gerade Elternteile sind ja in diesen Ausnahmesituationen doppelt gefordert, weil sie auch ihren Kindern eine Art Sicherheit und Ruhe vermitteln möchten. Das ist ein Kraftakt Tag für Tag.

Die Meditationen auf YouTube sollen eine Kraftquelle für sie sein: als Morgenroutine oder am Abend, um besser einschlafen zu können. Oder sie können wie z. B. die Lippenbremse direkt in einer Angstsituation helfen. (HIER geht es zum Erklärungsvideo!)

 

Wie können die Gratis-Meditationen den Flüchtlingen helfen?

Zuallererst möchte ich, dass die Meditationen den geflüchteten Menschen schnell helfen: Dass diese ein paar Minuten abschalten und durchatmen können, auf sich selbst achten und sich sammeln können – um so Kraft für ihre herausfordernde Situation zu finden. Ich bin überzeugt, dass sich auf diese Weise Anspannung und andere körperliche Reaktionen abmildern lassen.

 

Wie ist die Idee zum Flüchtlingshilfe-Projekt entstanden?

Begonnen hat alles am 4. März 2022, als ich im Pranayoga-Studio in Wien die TeilnehmerInnen zum Atemtechnik-Wochenende begrüßt habe. Ich habe erfahren, dass eine Teilnehmerin, Olia Schelest, schon den gesamten Morgen mit der Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine beschäftigt war.

Da hat es Klick gemacht: Mir ist eingefallen, dass Olia selbst aus Kiew stammt – und zugleich ist mir bewusst geworden, dass mein Know-how für diese Menschen hilfreich sein kann, und wir gemeinsam ein Flüchtlingshilfeprojekt der ganz besonderen Art auf die Beine stellen könnten.

 

Bei den Audios für die Meditationen haben dich viele unterstützt.

Ja, es haben sich viele Menschen aus meinem Umfeld mit ihren verschiedenen Talenten und Fähigkeiten engagiert und machen das Projekt zu einem besonderen.

Mit vereinten Kräften hat wochenlang ein professionelles Team bestehend aus einem Transkriptionsassistenten, zwei Tontechnikern, einer Grafikerin, einer Texterin, einer Sprechstimme, einem Fotografen, einer Filmerin, einer Meditationsleiterin und zwei geflüchteten Frauen aus der Ukraine als Übersetzerinnen daran gearbeitet, aus einer guten Idee Realität werden zu lassen – und zwar alle ehrenamtlich.

 

Als Zeichen, dass nicht nur ich hinter dem Projekt stehe, sondern dass es ein Projekt vieler Menschen ist, die für gemeinsame Werte stehen, haben sich dann alle Mitwirkenden für einen Fototermin versammelt. Beim Zusammentreffen in der Universität für angewandte Kunst in Wien waren so viel Wertschätzung und Freude zu spüren – Gänsehaut pur an einem perfekt gewählten Ort voller Plakate mit dem Aufruf für Frieden.

 

Was treibt dich besonders an?

Ich weiß, dass wir entspannt die beste Version von uns selbst sind. Für Menschen, die unmittelbar von solch unfassbaren Erlebnissen betroffen sind, scheint dieses Ziel eines „entspannten Ichs“ weit weg.

Mit dem Projekt möchte ich zeigen, dass absolut jeder Mensch und vor allem auch jede*r Unternehmer*in einen individuell sinnstiftenden Beitrag für ein besseres Miteinander leisten kann. Ich bin fest davon überzeugt, dass in der Natur des Menschen liegt, miteinander zu arbeiten und halte Wertschätzung, Freundlichkeit, Miteinander und Hilfsbereitschaft, Offenheit, Flexibilität und Dankbarkeit für die wichtigsten Werte unserer Zeit.

Deshalb sehe ich darin auch eine mögliche Inspiration für andere. Wenn wir auch nicht den äußeren Frieden herbeiführen können, so können wir versuchen, dass die geflüchteten Menschen wieder mehr zu ihrem inneren Frieden finden werden.

 

Sei auch du ein Teil unseres Projektes und teile die Videos:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Das ehrenamtliche Team:

 

Olia Schelest, Mitorganisatorin und Übersetzungen bzw. Sprechstimme Russisch sowie Ukrainisch / Kontakt

„Das Projekt hat sofort in mir resoniert: Als gebürtige Ukrainerin, die zu der Zeit auch starke Unruhe und Angst erlebt und gespürt hat, waren für mich Atemübungen und Meditationen extrem hilfreich. Diese Erfahrung und Unterstützung wollte ich natürlich unbedingt teilen, deshalb war meine Antwort sofort klar!“

 

Marcus Weber, Visual Storyteller für die grafische Umsetzung auf Youtube

„Durch Achtsamkeit und Mediation finden wir nicht nur zu uns selbst, sondern auch zusammen. Ich unterstütze dieses Projekt, um Zusammenhalt und Nächstenliebe zu stärken und das Ego der Menschheit durch Liebe und Empathie aufzulösen.“

 

Petra Varga, Fotografie, Filmschnitt und Produktion / themajordesign.com

„Ich finde dieses Projekt wichtig, weil sich die Interessent:innen so eine Technik aneignen können, die ihnen auch in ihrem persönlichen Leben zu Gute kommen kann.“

 

Gergö Fazekas, Fotografie, Filmschnitt und Produktion / themajordesign.com

„Da ich selbst Meditation praktiziere, kann ich sehr gut einschätzen, was für einen Einfluss sie auf meinem Leben hat. Daher finde ich es wichtig, dass so viele Leute wie möglich diese kennenlernen.“

 

Sandra Wild, Ramona Petrovitsch, Katharina Brozek, Grafiken, Flyer und Newsletter / komplizinnen.at

„Wir sind froh, einen kleinen Beitrag zu einem Projekt leisten zu dürfen, das Menschen in einer schweren Zeit unterstützen will.“

 

Jasmin Reif-Medani, Blogartikel, Lektorat, Korrektorat / der-text.at

„An diesem Hilfsprojekt mitzuwirken, ist für mich eine große Freude und Ehre: Mit den gratis abrufbaren Meditationen in Ukrainisch und Russisch liefert Nicole wertvolle Entspannung und Seelenfrieden und hilft Menschen in Not aktiv, ihr Leid zu lindern. Zugleich schafft sie durch das Angebot in beiden Sprachen bewusst ein verbindendes Element voller positiver Energie und sendet eine klare Botschaft des Friedens.“

 

Alexander Rieck, Tontechnik und Equipment / phaenomenalex.com

„Als Kreativschaffender und als Ein-Personen-Unternehmer schätze ich Meditationen, wenn alles zu viel scheint und ich dennoch Leistung erbringen möchte. Ich möchte mit meiner Teilnahme an dem Projekt einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass sich Menschen in Krisensituationen mithilfe der Meditationen die nötige Ruhe verschaffen, um sich kreativ den individuellen und persönlichen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen.“

 

Marharyta Kuvyk, Veronika Lavreniuk, geflüchtet aus der Ukraine, Übersetzungen ins Russische und Ukrainische / Kontakt Marharyta, Kontakt Veronika 

„Wir hoffen sehr, dass diese Übungen denen helfen, die nun in (relativer) Sicherheit sind. Und den Menschen als Hilfestellung dienen, ein wenig innere Ruhe und Entspannung zu finden.“

 

Danke an unsere Kooperationspartner*innen

Danke an unsere Unterstützer*innen auf Social Media

Viele glauben, Achtsamkeit drehe sich nur um die eigene Person. Aber richtig ist: Achtsamkeit umfasst auch immer auch Mitgefühl (für andere). Achtsamkeit ohne Mitgefühl ist keine Achtsamkeit. Deshalb freut mich dieses Engagement für Menschen aus der Ukraine um so mehr und ich unterstütze es von Herzen gerne.

Doris Kirch DFME Deutsches Fachzentrum für Achtsamkeit